eTwinning-Projekt „Thinkers Who Shaped World Civilizations“ wurde zum echten „Eye-Opener“

Hand aufs Herz: Welche der oben dargestellten Denkerinnen und Denker kennt ihr/ kennen Sie?

Marie Curie, Galileo Galilei oder Leonardo da Vinci würden die meisten von uns vermutlich sofort erkennen. Doch wer sind all die anderen abgebildeten Persönlichkeiten?

Genau dieser Frage gingen die fünf Schülerinnen des 8. Jahrgangs nach, die der Einladung der Lehrkräfte Anja King und Sina Klink zur eTwinning-AG „Thinkers Who Shaped World Civilizations“ gefolgt sind. Schnell wurde deutlich, dass insbesondere die acht teilnehmenden Schulen aus der Türkei spannende Einblicke in eine für uns bislang wenig bekannte Geistes- und Kulturgeschichte ermöglichen würden. Darüber hinaus beteiligten sich Schulen aus Rumänien, Georgien und Ungarn an dem internationalen Projekt.

Nach den ersten Vorstellungen der teilnehmenden Schulen wurde zu Beginn des Projekts ein gemeinsames Projektlogo ausgewählt. Aus den zahlreichen Vorschlägen der teilnehmenden Schulen entschied man sich im Rahmen einer Abstimmung für ein gemeinsames Design.

Die zweite größere Projektaufgabe bestand darin, dass jede Schule eine Denkerin oder einen Denker auswählte und dazu digitale Poster gestaltete. Als die Schülerinnen der AG bemerkten, dass die anderen Schulen ausschließlich Männer ausgewählt hatten, entschieden sie sich bewusst dafür, mit Ada Lovelace und Marie Curie auch zwei Frauen vorzustellen, die die Entwicklung der Weltzivilisation maßgeblich geprägt haben.

In einer der beiden Videokonferenzen mit den beteiligten Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften wurden die ausgewählten Persönlichkeiten anhand der digitalen Poster präsentiert. Die Schülerinnen und Schüler aller Länder meisterten ihre englischsprachigen Vorstellungen vor internationalem Publikum mit großer Souveränität und viel Engagement.

Um den Blick nicht nur auf Lebensläufe und wissenschaftliche Leistungen zu richten, sondern auch die Werte der vorgestellten Persönlichkeiten in den Mittelpunkt zu stellen, gestaltete jede Schule einen „Wertebaum“ in den jeweiligen Nationalfarben. Auf den Blättern wurden bedeutende Zitate und Werte festgehalten. Aus allen Bäumen entstand schließlich ein gemeinsamer „Forest of Values“, der die verbindenden Ideen und Ideale der verschiedenen Kulturen sichtbar macht. Unsere Schule entschied sich dabei für Johann Wolfgang von Goethe.

Damit auch andere GSGler die spannenden Projektergebnisse kennenlernen konnten, wurden anlässlich des Europa- und eTwinning-Tages am 9. Mai mehrere Poster im Bereich des Haupteingangs ausgestellt.

Die letzte größere Projektaufgabe bestand darin, in sechs gemischten internationalen Teams verschiedene digitale Aktivitäten und Aufgaben rund um die ausgewählten Denkerinnen und Denker zu bearbeiten.

In der abschließenden Reflexion wurde deutlich, dass das Projekt vor allem einen wertvollen Beitrag zum interkulturellen Lernen geleistet hat. Durch Fotos, Videos und den direkten Austausch erhielten die Schülerinnen Einblicke in den Schulalltag der Partnerschulen. Gleichzeitig lernten sie zahlreiche Persönlichkeiten kennen, die ihnen zuvor unbekannt gewesen waren.

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Bei den oben abgebildeten Personen handelt es sich um bedeutende Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur und Architektur. Zu sehen sind Avicenna (Medizin und Philosophie), El-Harizme (Algebra und Algorithmen), Yunus Emre (mystische Dichtung), Mevlana Celaleddin Rumi (Sufismus und Poesie), Ali Kuşçu (Astronomie und Mathematik), Aziz Sancar (DNA-Reparaturforschung), Cahit Arf (Algebra und Zahlentheorie) und Mimar Sinan (monumentale Baukunst). Die Frau in der Mitte ist Ada Lovelace, die als Pionierin der Informatik gilt und als Erste einen Algorithmus für eine Maschine beschrieb.

Es war beeindruckend zu sehen, aus welch unterschiedlichen Bereichen die Schülerinnen und Schüler ihre „Thinkers“ auswählten und wie dabei nicht nur deren Lebenswege, sondern auch ihre Werte und Gedanken berücksichtigt wurden.

Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie abwechslungsreich, bereichernd und erkenntnisreich ein fächer- und länderübergreifendes Projekt in englischer Sprache sein kann – für uns alle ein echter „Eye-Opener“.