Projekttage 2026: Philosophischer Workshop zur Frage „Wann bin ich ICH?“

Im Rahmen der Projekttage „Verantwortung für dich und mich“ vom 17.-19.06.2026 beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler des 8. Jahrgangs in einem philosophischen Workshop mit einer der vielleicht spannendsten Fragen überhaupt: Was macht unsere Identität aus?
Den Einstieg bildete ein Auszug aus Jostein Gaarders Roman Hallo, ist da jemand?. Angeregt durch den Text formulierten die Workshop-Teilnehmerinnen und Teilnehmer „kleine“ und „große“ Fragen und entdeckten dabei, dass Philosophie vor allem davon lebt, neugierig zu sein und scheinbar Selbstverständliches zu hinterfragen. Gemeinsam wurde darüber nachgedacht, warum gute Fragen manchmal wichtiger sind als schnelle Antworten und was es eigentlich bedeutet, „ich selbst“ zu sein.
Anschließend näherten sich die Schülerinnen und Schüler dem Identitätsproblem anhand zweier alltagsnaher Beispiele: der Frage nach der Identität eineiiger Zwillinge sowie der Überlegung, ob wir trotz der vielen Veränderungen im Laufe unseres Lebens – vom Kleinkind bis zum Erwachsenen – dieselbe Person bleiben.
Im Mittelpunkt des Workshops standen anschließend verschiedene philosophische Gedankenexperimente. In Kleingruppen bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler jeweils ein Identitätsrätsel, indem sie als Staatsanwaltschaft und Verteidigung eine Gerichtsverhandlung vorbereiteten. Dabei ging es unter anderem um Personen mit vollständig verändertem Gedächtnis, ausgetauschten Körpern oder Gehirnen sowie um futuristische Szenarien mit Körperkopien. Die Gruppen entwickelten Argumente für beide Seiten und präsentierten ihre „Gerichtsverhandlungen“ anschließend vor dem Plenum. Das Publikum diskutierte mit und entschied schließlich, ob die angeklagte Person tatsächlich noch dieselbe war wie der ursprüngliche Täter.
Am folgenden Projekttag wurden die philosophischen Fragestellungen auf kreative Weise weitergeführt. Die Schülerinnen und Schüler setzten die Identitätsrätsel als gezeichnete Comics oder Fotocomics um. Dabei entstanden originelle und nachdenkliche Arbeiten, die die oft komplexen Gedankenexperimente anschaulich und verständlich visualisierten.
Den Abschluss bildete ein Gallery Walk, bei dem der gesamte 8. Jahrgang die Comics betrachten und miteinander ins Gespräch kommen konnte. So wurde deutlich, dass Philosophie nicht nur abstrakte Theorie ist, sondern dazu anregt, über grundlegende Fragen des Menschseins nachzudenken, unterschiedliche Positionen zu diskutieren und eigene Standpunkte zu entwickeln.
Der Workshop zeigte eindrucksvoll, dass philosophisches Denken keine fertigen Lösungen liefert – wohl aber Fragen, die den Blick auf sich selbst und andere erweitern.
