Ein Blick in Zeitung oder Fernsehen genügt um festzustellen, dass Politik und Wirtschaft unser tägliches Leben fundamental prägen. Während es beim Politischen federführend um die Aushandlungen der Regeln des Zusammenlebens geht, werden durch wirtschaftliche Prozesse die materielle Grundlage des Überlebens und des „guten“ Lebens gelegt. Versteht man Demokratie wörtlich – nämlich als die gemeinsame Verwaltung durch alle Menschen – steht außer Frage, dass jedes Gesellschaftsmitglied über ein politisches und ökonomisches Grundwissen verfügen muss, damit jede und jeder einen Beitrag zur Ausgestaltung der Gesellschaft leisten kann. Mündigkeit und kritische Reflexion sind der einzig wirksame Schutz gegen eine Beherrschung durch Dritte und die Voraussetzung lebendiger Demokratie. Das Fach Politik-Wirtschaft kann an dieser Stelle einen kleinen Beitrag dazu leisten. Am Graf-Stauffenberg-Gymnasium wird dies auf einem sehr schülerorientierten und mit vielen aktuellen Bespielen bestückten Wege versucht.

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Jahrgang 8

Für einen schülernahen Einstieg in die komplexe Thematik der Gesellschaftswissenschaften wird mit einem Planspiel begonnen, bei dem die Klasse ein verlassenes Dorf bezieht und die Regeln des Zusammenlebens selbstständig aushandeln muss. Im weiteren Verlauf werden anhand ortsnaher Beispiele der politische Nahbereich beleuchtet und die wesentlichen Elemente der kommunalen Selbstverwaltung analysiert.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Themenblock „Der Jugendliche im Wirtschaftsgeschehen“. Hier werden u.a. am schülernahen Beispiel des Bekleidungskaufes die Rolle des Konsumenten kritisch hinterfragt und Kriterien bei der Kaufentscheidung geprüft. Darüber hinaus werden wesentliche wirtschaftliche Elemente wie Markt, Geld und Preisbildung erschlossen und auf ihre Funktion hin kritisch reflektiert.

In Jahrgang 8 findet außerdem ein Gerichtsbesuch statt, der unterrichtlich eingebettet wird. Neben der Frage nach dem Sinn und Zweck von Strafe werden z.B. das Für und Wider von härteren Strafen und Ursachen von Straftaten überdacht.

Jahrgang 9

In Klasse 9 werden vor allem die zentralen Elemente von Demokratie diskutiert. Wahlen, Parteien, Grundrechte, Parlament, Verfassung sind Schlagwörter, die am Ende der Jahrgangsstufe von allen Schülerinnen und Schülern mit Inhalt gefüllt werden können. Insbesondere mit der am GSG regelmäßig durchgeführten Juniorwahl erhalten die Lernenden einen ganz praktischen und lebensnahen Einblick in demokratische Funktionsweisen.

In einem zweiten Block wird das Unternehmen als Zentrum wirtschaftlicher und sozialer Interaktion beleuchtet. Dabei werden z.B. unternehmerische Ziele mit anderen gesellschaftlichen Zielen ins Verhältnis gesetzt. In diesem Zusammenhang wird insbesondere die Rolle des Staates im Wirtschaftsgeschehen thematisiert.

Jahrgang 10

In diesem Jahrgang werden drei Themenschwerpunkte behandelt: Die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft ist einer davon. Hier gilt es zu prüfen, wie "sozial" die Marktwirtschaft tatsächlich ist oder ob sie nicht die Springquellen alles Reichtums untergräbt. In welchem Verhältnis stehen z.B. notwendiges Wachstum und die Bedürfnisse von Mensch und Natur?

Ein weitere Schwerpunkt sind die Verfassungsprinzipien des Grundgesetzes. Was zunächst sehr trocken klingt, entpuppt sich sogleich als fundamentale Grundlage des Zusammenlebens. Wer in diesem Land leben darf, wem was gehört oder was man sagen darf - all das wird auf wenigen Seiten festgeschrieben. Für ausreichend Diskussionsstoff dürfte also gesorgt sein.

Beim Thema „Politik und Wirtschaft in der europäischen Union“ werden die Chancen und Grenzen der Wertegemeinschaft reflektiert und dabei die wesentlichen Elemente politischer und ökonomischer Integrationsprozesse veranschaulicht.

Jahrgang 11

Dieser Lernabschnitt ist in gewisser Weise zweigeteilt. Zum einen wird im Politik-Wirtschaft- Unterricht das Betriebspraktikum betreut, womit eine intensive Vor- und Nachbereitung einhergeht.  Die Schülerinnen und Schüler erhalten so einen ersten Einblick in die Arbeitswelt. In diesem Zusammenhang findet auch eine Berufsorientierung in Zusammenarbeit mit dem Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit in Osnabrück statt. Dazu wird eine zusätzliche Wochenstunde erteilt.

Zum anderen werden im Unterricht der soziale und wirtschaftliche Wandel in der Bundesrepublik Deutschland und die daraus folgenden möglichen Konsequenzen reflektiert. Dabei werden auch aktuelle Themen, wie z.B. die Aufnahme von Geflohenen, aufkeimende Handelskriege oder Renationalisierung  und Möglichkeiten der UNO thematisiert. Im Jahrgang 11 erfolgt außerdem ein Besuch des Landtages in Hannover, bei dem die Lerngruppen auch mit Abgeordneten über gegenwärtige Themen diskutieren können.

 

Oberstufe

Die Themen für die Prüfungskurse in der Sekundarstufe II variieren in Abhängigkeit von den jeweiligen Vorgaben der zentralen Abiturprüfung. Grundsätzlich orientieren sich diese an folgendem Schema:

     12. Jahrgang:

Demokratie und sozialer Rechtstaat   /   Wirtschaftspolitik in der Sozialen Marktwirtschaft

     13. Jahrgang:

Internationale Sicherheits- und Friedenspolitik   /    Internationale Wirtschaftsbeziehungen